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«Dem Menschen sind in seiner Vorstellung keine Grenzen
 
gesetzt ausser denen, die er sich selbst setzt
 
Richard F. Estermann

Bilanz der Olympiade von Rio 2016

USAIN BOLTDas olympische Feuer ist erloschen, RIO 2016 Geschichte. Rund 10'000 Sportler aus über 200 Nationen kämpften in 306 Bewerben um Medaillen. Für viele Fernsehzuschauer war das Ganze etwas zu viel und nur wenige hatten am Schluss überhaupt noch den Überblick.

Welche herausragenden Leistungen,- aber auch Enttäuschungen bleiben für mich in Erinnerung? Sicher sind es auf der positiven Seite der US-Schwimmer MICHAEL PHELPS mit seinen 23 Goldmedaillen und der Jamaikaner USAIN BOLT, der zum dritten Mal über 100m, 200m und mit der 4x100m- Staffel bei Olympia siegte. Beide Erfolge kann man ohne Übertreibung als einmalig bezeichnen. Weiter die phantastischen Leistungen der US-Sprinterin ALLYSON FELIX und die unglaublichen Darbietungen der amerikanischen Turnerinnen, welche alles bis dahin Gebotene in den Schatten stellten. Die allergrösste Sensation an dieser Olympiade, brachte aber für mich aber das Rugby- Turnier. Weder Neuseeland, England, Australien, Südafrika oder eine andere „Rugby-Nation“ gewann Gold, sondern die Fidschi- Inseln! Sie schlugen im Finale England haushoch mit 43 zu 7! Die Begeisterung im Land war riesig, denn es gab die erste Goldmedaille überhaupt für den Inselstaat und in der Folge stand das Leben dort für einige Zeit still...

Aber es gab auch gewaltige Enttäuschungen, Tränen und echte Tragödien. Athleten, die dem ungeheuren mentalen Druck, den olympische Spiele mit sich bringen, nicht standhalten konnten und am Druck der Medien, der Öffentlichkeit, an ihren eigenen Erwartungen und denjenigen ihrer Landsleute scheiterten. Ich denke etwa an den ehemaligen deutschen Olympiasieger und Weltmeister im Diskuswerfen, ROBERT HARTING der die Finalqualifikation bei weitem nicht schaffte oder an den ebenfalls deutschen Weltrekord-Schwimmer PAUL BIEDERMANN, der im Final kläglich scheiterte. 

Was sind aus Schweizer Sicht die Highlights der Olympiade von Rio? Ein Grossaufgebot von über 100 Athletinnen und Athleten weckte auch grosse Hoffnungen. Doch echte Highlights gab es nach meiner Meinung nicht. Beim Ruderwettbewerb konnte man im „Leichtgewichtsvierer“ aufgrund der bisherigen Leistungen durchaus von einer Goldmedaille ausgehen, ebenso beim Mountainbiker NINO SCHURTER. Doch unter einem echten Highlight verstehe ich den Effort eines Sportlers, der sich in einem derartigen Wettkampf dank mentaler Stärke unerwartet  zu einer absoluten Höchstleistung steigern kann und über sich hinauswächst!

Eine grosse Enttäuschung waren für mich die Fechter. Doch wer den Gegner krass unterschätzt und dazu noch mit einer gewissen Arroganz in den Wettkampf geht, muss sich über eine empfindliche Niederlage nicht wundern. Die grösste Enttäuschung aus Schweizer Sicht war für mich aber TIMEA BACSINSZKY. Trotz vieler Absagen von in- und ausländischen Konkurrentinnen konnte sie die einmalige Chance im Tennis-Turnier von Rio nicht nutzen und schied frühzeitig aus. Schlussendlich gewann die fast unbekannte MONICA PUIG aus Puerto Rico das Damen-Einzel und damit das erste Olympiagold überhaupt für ihr Land! Und im Doppel- Finale, vor fast leeren Zuschauer-Rängen, hat TIMEA BACSINSZKY leider die in Griffnähe liegende Goldmedaille ebenfalls verloren...

Die olympischen Spiele in Rio haben wieder in aller Deutlichkeit gezeigt wie wichtig es ist, Athletinnen und Athleten in mentalen Techniken zu unterrichten und auf wichtige Wettkämpfe vorzubereiten. In dieser Richtung werden wir auch in Zukunft weiterarbeiten.

Der Medaillenspiegel von Rio zeigt an der Spitze das erwartete Ergebnis:

  Gold Silber Bronze
USA 45 37 38
England 27 23 17
China 26 18 26
Russland 19 18 19
Deutschland 17 10 15
Japan 12 8 21

Es ist nicht zu übersehen, dass die Spitze immer breiter wird. Laufend erscheinen bei wichtigen Wettkämpfen neue Staaten in der Rangliste. Und so wird auch mit Sicherheit die nächste Olympiade in Tokio für jeden Sportler wieder eine echte Herausforderung! 

ROGER BANNISTER: „Unmögliches“ wird möglich!

Roger BANNISTERWas halten SIE in Ihrer Vorstellung für möglich und was für unmöglich?

Das Wort „unmöglich“ ist bei mir untrennbar mit dem englischen Arzt und Leichtathleten ROGER BANNISTER verbunden. Schon seit der Antike versuchten Athleten, die Meile (1609.34m) unter vier Minuten zu laufen. Vergeblich. Nach Meinung der Fachwelt stiess der Körper hier an seine Grenzen. Unzählige Läufer versuchten es trotzdem – alle scheiterten. Auch in der Neuzeit glaubten Sportler, Ärzte, Wissenschaftler und Psychologen dass alle Bemühungen in dieser Richtung hoffnungslos wären, denn der menschliche Körper sei einfach nicht in der Lage, eine derartige Leistung zu erbringen. Als „Beweise“ führten sie an, dass unser Knochenbau nicht entsprechend ausgebildet sei, der Luftwiderstand zu hoch wäre, die Lungen für diese Leistung zu wenig Sauerstoff aufnehmen könnten usw. So entstand der Mythos von der „Traummeile“ und der magischen Grenze von vier Minuten, welche niemals unterboten werden kann.

ROGER BANNISTER war damals der einzige Sportler der nicht an diese „magische Grenze“ glaubte. Er wollte sie durchbrechen und er wusste auch, dass er sie durchbrechen konnte! Um dieses Ziel zu erreichen, entwickelte er ein spezielles Trainingsprogramm, zusammengesetzt aus Leistungstraining und mentalem Training, welches er über mehrere Monate konsequent absolvierte, um das Unmögliche möglich zu machen. In seiner mentalen Vorstellung lief er die Meile immer wieder unter vier Minuten...

Am 6. Mai 1954 war es soweit. ROGER BANNISTER konnte dank diesem intensiven Training zusätzliche „innere Reserven“ freisetzen und lief in Oxford die Meile als erster Mensch der Welt unter vier Minuten, nämlich in 3.59,4. Mit diesem neuen Rekord wurde ein Bann gebrochen. Aber auch eine „geistige Mauer“ wurde eingerissen, denn jetzt geschah das wirklich Unglaubliche:

Noch im gleichen Jahr, 1954, brachen 37 Läufer den neuen Rekord von BANNISTER und 1955 blieben weltweit sogar über 300 Läufer unter vier Minuten!

Was können wir aus dieser Geschichte lernen? Der erstaunliche Folgeeffekt zeigt, dass die Athleten eine „geistige Blockade“ mit sich herumtrugen und glaubten es sei tatsächlich unmöglich, eine Meile unter vier Minuten zu laufen. Es war aber nur in ihrer VORSTELLUNG unmöglich! ROGER BANNISTER bewies der Sportwelt, dass das Unmögliche doch möglich ist und sofort brach die geistige Blockade in den Köpfen der Athleten zusammen. Die Folgen haben wir gesehen.

ROGER BANNISTER wurde später Professor für Neurologie und von der englischen Königin mit dem „Sir“ geadelt. Der „BANNISTER-Effekt“ hat uns und der Welt gezeigt: Wir können mit Hilfe mentaler Techniken innere Grenzen überwinden nach dem Leitsatz:

Dem Menschen sind in seiner Vorstellung keine Grenzen gesetzt ausser denen, die er sich selbst setzt!

PETRA LUSTENBERGER: Bronzemedaille an der EM in Györ!

Petra LustenbergerDie intensive, mentale Zusammenarbeit hat sich gelohnt: PETRA LUSTENBERGER holte an den Luftgewehr-Europameisterschaften in Györ/Ungarn die Bronzemedaille! Bekanntlich genügen allein Technik und Können in einer Sportart nicht, um wirklich erfolgreich zu sein. Entscheidend ist letztlich die mentale Stärke eines Athleten oder einer Athletin.

PETRA LUSTENBERGER hat in den letzten Monaten gewaltige Fortschritte gemacht und ihr „mentales Kostüm" entscheidend verbessert. Für einen derart wichtigen Wettkampf, wie es Europameisterschaften darstellen gilt es, die Herausforderung anzunehmen, sich für das Ereignis richtig vorzubereiten und die mentalen Stärken optimal zu aktivieren.

Mit einer soliden Leistung in der Qualifikation, erkämpfe sich PETRA LUSTENBERGER von 96 Athletinnen aus über 30 Nationen den 6. Platz. Doch im Final der besten 8 Schützinnen Europas, zeigte sich ihre wahre, mentale Stärke: Sie konnte sich enorm steigern! Auch drei nicht ganz optimale Schüsse, konnten die sympathische Rothenburgerin nicht aus dem Konzept bringen. Sie eliminierte ihre Gegnerinnen Schuss um Schuss und belegte zuletzt den dritten Platz! Nur ein einziger Punkt fehlte PETRA LUSTENBERGER und sie hätte um die Goldmedaille gekämpft...

PETRA LUSTENBERGER hat aber in Györ noch ein anderes, sehr wichtiges und begehrtes Ziel erreicht: Ein Quotenplatz für die olympischen Spiele in Rio 2016! Damit schlug sie „Zwei Fliegen auf einen Streich!". PETRA reist nun direkt weiter zu einem Weltcup-Wettkampf nach Bangkok und kann sich jetzt - voll motiviert - auf auf das nächste Grossereignis vorbereiten: OLYMPIA 2016 in RIO!

Mental stark: PETRA LUSTENBERGER (Schiessen)

Petra LustenbergerDas mentale Training ist heute im Sport nicht mehr wegzudenken. In einigen Sportarten wie Tennis oder Golf, spielt es eine entscheidende Rolle. Aber auch in der Leichtathletik, bei Kampfsportarten und in vielen anderen Bereichen, kommt den mentalen Techniken eine enorme Bedeutung zu. Und ganz besonders im Schiessen!

Um absolute Spitzenleistungen im Schiessen zu erbringen ist nicht nur eine möglichst perfekte Technik notwendig, sondern es sind auch ganz spezielle, mentale Vorbereitungen zu treffen.

Eine Ausnahmeathletin in dieser Sportart, ist die 25-jährige PETRA LUSTENBERGER aus Rothenburg/LU. Dank intensiver Tätigkeit im mentalen Bereich, erzielte sie innerhalb eines Jahres enorme Fortschritte. Die sympathische junge Frau ist engagiert, trainingsfleissig und sehr motiviert. Obwohl sie im persönlichen Umgang sympathisch und bescheiden auftritt, ist PETRA LUSTENBERGER trotzdem ausserordentlich zielstrebig und ihre Erfolge können sich sehen lassen:

1. Platz an den Zentralschweizermeisterschaften im Luftgewehr-Dreistellungswettkampf. Sie liess die gesamte Männerwelt hinter sich...

1. Platz und damit SCHWEIZER MEISTERIN im Kleinkalieber-Dreistellungsmatch (Königsdisziplin)

Nun wurde die ambitionierte Athletin vom „Schweiz. Schiesssportverband" (SSV) bereits für die Luftgewehr- Europameisterschaft in Györ/Ungarn nominiert.

Das ganz grosse Ziel von PETRA LUSTENBERGER sind natürlich die olympischen Spiele in Rio! So oder so hat sie noch eine tolle Zukunft vor sich, denn sie besitzt alle Voraussetzungen für eine internationale Karriere. Ich drücke ihr beide Daumen!

Ihre Webseite: www.petralustenberger.ch

Vorbereitung auf Olympia 2016 in RIO

Rio 2016Die Vorbereitung auf ein sportliches Grossereignis, wie sie eine Olympiade heute darstellt, beginnt nicht erst einige Tage vor dem Abflug. Wie in meinem Buch „SPITZE IM SPORT" bereits dargestellt, setzen sich Athleten kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele. Letzteres gilt für olympische Spiele. Je wichtiger ein Sportereignis ist, desto länger die mentale Vorbereitungszeit. Bei olympischen Spielen beginnt sie also in der Regel vier Jahre vor dem Ereignis.

Momentan bereite ich einige Athleten und eine Athletin aus verschiedenen Sportarten mental auf Olympia 2016 in RIO vor. Grundsätzlich geht es bei Athleten in erster Linie darum, die Technik einer Sportart weiter zu entwickeln und zu optimieren. Aber technisches Können allein genügt bekanntlich nie, um wirklich erfolgreich zu sein. Wir müssen uns auch auf das „emotionale Gewicht" einer derartigen Sport- Grossveranstaltung vorbereiten. Und die mentale Vorbereitung ist dabei von entscheidender Bedeutung. Ziel unserer Vorbereitungen ist es, genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform zu sein, um eine absolute Höchstleistung zu erbringen! Denken wir an die Tatsache:

Olympiasieger wird nicht zwangsläufig der aktuelle Weltmeister oder Weltrekordinhaber sondern derjenige dem es gelingt, an diesem Wettkampftag und unter den gegebenen Bedingungen die beste Leistung zu erbringen!

Dieses Ziel können wir nur durch eine entsprechende Vorbereitung und durch eine effektive Zielprogrammierung erreichen. Die Teilnehmer sollen sich vor dem Abflug nach Olympia sagen können:

„Ich weiss, dass ich optimal vorbereitet und sehr stark bin. Ich werde mein Ziel erreichen!"