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«Dem Menschen sind in seiner Vorstellung keine Grenzen
 
gesetzt ausser denen, die er sich selbst setzt
 
Richard F. Estermann

Leben im Hier und Jetzt

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Kolumne "Kompass"

Portrait Richard EstermannIst das Ihnen auch schon passiert: Sie gehen aus dem Haus und wissen plötzlich nicht mehr, ob Sie die Türe abgeschlossen haben, ob der Kochherd ausgeschaltet oder das Licht gelöscht ist? Wenn ja, dann waren Sie beim Verlassen des Hauses nicht im Hier und Jetzt!

Es ist wichtig, dass wir jede Tätigkeit bewusst ausführen, als wäre sie das einzig Wichtige auf der Welt. Leider sind wir uns nicht mehr gewohnt, Gedanken und Tätigkeiten miteinander in Einklang zu bringen. Wenn wir eine Arbeit verrichten, konzentrieren wir uns nicht auf die Arbeit und wenn wir essen, konzentrieren wir uns nicht auf das Essen. So geht es praktisch den ganzen Tag. Überstürzte und unkontrollierte Handlungen passieren aber meistens dann, wenn wir nicht in der Gegenwart sind oder mit Gewalt etwas erzwingen wollen.

Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen wir uns im Leben immer auf den Augenblick konzentrieren: Beruflich, privat und im Sport. Wir müssen unser Bewusstsein auf das lenken, was wir gerade tun, vom Anfang bis zum Ende. Wir konzentrieren uns nur auf die Gegenwart, auf das Hier und Jetzt und machen jede Tätigkeit und jede Handlung ganz bewusst, nach dem Motto: Das was ich jetzt mache und was jetzt geschieht, ist für mich wichtig. Alles andere hat für mich keine Bedeutung.

Das heisst für den Athleten im Wettkampf: Ich konzentriere mich voll auf die Gegenwart, auf das Hier und Jetzt und mache alles ganz bewusst. Nur das was JETZT geschieht, ist für mich wichtig. Dieses Bewusstsein gibt mir Sicherheit und Selbstvertrauen und ich freue mich auf den Wettkampf, voll Zuversicht und positiver Erwartung!

«Trainingsweltmeister»

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Kolumne "Kompass"

Portrait Richard EstermannFast jeder Athlet kennt die Situation: Die Trainingsleistung ist hervorragend, im Wettkampf kann er aber diese nicht abrufen. Und der Sportler weiss in der Regel auch nicht warum. Man spricht in diesem Fall etwas despektierlich von einem «Trainingsweltmeister».

Wo liegt das Problem? Einerseits daran, dass ein Training planbar ist (Ort, Zeit, etc.) und meistens in einer vertrauten Umgebung stattfindet. Das gibt dem Athleten Sicherheit und Geborgenheit. Im Wettkampf ist alles anders: Oft andere Bedingungen (Klima, Essen etc.), Konkurrenten, Zuschauer, die eigene Erwartungshaltung, diejenige der Fans, des Trainers, der Angehörigen und des Umfeldes. Er tritt deshalb nicht nur für sich selbst an, sondern auch für deren Erwartungen. Diese Situation erzeugt bei vielen Athleten einen gewissen Druck – sie verkrampfen sich. Nervosität, Versagensängste und Zweifel stellen sich ein.

Die persönliche Erwartungshaltung (Druck) und die Bewertung, welche der Sportler einem kommenden Wettkampf beimisst, entscheidet zu einem grossen Teil über seine Leistung. Es spielen sich bekanntlich alle wichtigen Dinge im Kopf ab. Deshalb gilt es, die Bedeutung eines Wettkampfes herunterzufahren nach dem Motto: «Ball tief halten». Dem kommenden Wettkampf mit Zuversicht, Freude und Gelassenheit entgegenblicken. Eine echte Hilfe ist dabei ein geeignetes Motivationstraining, aber auch Visualisierungen, positive Selbstgespräche und Rituale helfen. Im Rahmen dieser Kolumne werden wir uns mit dem einen oder anderen Thema noch befassen.

Erneuter Sieg für ISABELL GROSSMANN

Isabell GROSSMANNwillisauerbote.ch: Am 08. April war es wieder soweit: Die aus Zell stammende Thai-Kickboxerin ISABELL GROSSMANN trat im Rahmen der 7. „Casino Fight Night“ in Luzern zu einem weiteren Kampf an. Gegnerin war die routinierte Italienerin SOFIA ROSSO. Sie entpuppte sich im Laufe des Abends als sehr starke Gegnerin und verlangte von der Luzernerin alles ab. Es wurde auf Biegen und Brechen gefightet - der begeisternde Kampf wogte hin und her. Die Kämpferinnen schenkten einander nichts. Attraktive oder überraschende Aktionen von Frau Grossmann wurden von den Einheimischen Zuschauern mit tosendem Applaus begleitet. Nach einer ausgeglichenen zweiten Runde, brachte die Schlussrunde die Entscheidung. Mit 2:1 Richterstimmen ging der Sieg an Isabell Grossmann und sie erweiterte damit ihr Palmares um einen weiteren Erfolg.

Veröffentlicht im Willisauer-Bote. Hier die pdf-Datei.

Sieg oder Niederlage

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Kolumne "Kompass"

Portrait Richard EstermannHaben Sie auch schon über Siegerehrungen nachgedacht? Als der Verlierer Stan Wawrinka während der Siegerehrung dem Gewinner Roger Federer «He’s laughing, he is an asshole» zurief, beschäftigte dies die halbe Schweiz. Viele Menschen waren einfach sprachlos. Dieser überraschende Zwischenfall beim Tennisturnier von Indian Wells gab mir Gelegenheit, einmal kurz über Siegerehrungen nachzudenken. Sie sagen viel aus über den Charakter eines Athleten. Warum?

Der Charakter und die wahre Grösse eines Sportlers zeigt sich nicht im Sieg, sondern in der Niederlage! Eine Siegerpose einzunehmen fällt niemandem besonders schwer. Und es ist für den Gewinner einfach, ein Lächeln in sein Gesicht zu zaubern und vor den Medien aufzutreten. Doch wie sieht es bei einer Niederlage aus? Wir kennen zum Beispiel im Tennis die widrigen Umstände, die dann schuld sind. Der Wind, die Sonne und so weiter. Es wird von verpassten Chancen und Möglichkeiten gesprochen. Dies alles, nur um nicht zugeben zu müssen, dass der Gegner heute einfach besser war.

Einer der fairsten Sportler und ein absolutes Vorbild ist für mich der Tennisstar Rafael Nadal. Ein absolut fairer Athlet, sympathisch, bescheiden und ohne Starallüren. Obwohl er wie kaum ein anderer Sportler jahrelang mit Verletzungs-Pech zu kämpfen hatte und mehrmals monatelang kein Turnier spielen konnte, hat er sich deswegen nie beschwert oder beklagt. Er gab nie jemand anderem die Schuld und er hatte nie eine Ausrede.

Warum nach einer Niederlage nicht sagen: «Der Gegner verdient den Sieg – er hat heute einfach besser gespielt!» Und der Verlierer bekommt dafür den Respekt der Zuschauer.

Vorstellung schafft Wirklichkeit

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Kolumne "Kompass"

Portrait Richard EstermannKürzlich sprach der letzte österreichische Abfahrtsweltmeister Michael Walchhofer in einem Interview über seinen Sieg an der WM 2003 in St. Moritz. Er habe die Strecke mental über fünfzig Mal abgefahren (visualisiert) und sich jede Einzelheit eingeprägt, sagte er. Im Rennen verlief dann alles genau so, wie er es sich vorgestellt hatte. Und bereits vor dem Ziel wusste er: Jetzt bin ich Weltmeister!

Geistige Bilder, also mentale Vorstellungen, haben einen direkten Einfluss auf unsere Gehirnströme, unseren Blutkreislauf, den Puls, die Hauttemperatur, die Magensekretion (Pawlow-Reflex) und sogar auf unser Immunsystem.

Visualisieren heisst, in Bildern denken! Das Visualisieren einzelner Bewegungsabläufe oder eines ganzen, bevorstehenden Wettkampfes, ist deshalb die Seele des mentalen Trainings. Dabei ist es wichtig, möglichst vollkommene Bilder zu sehen d.h. genau das, was wir im Training oder im Wettkampf erreichen wollen. Und je mehr Informationen wir dabei wahrnehmen, optisch und akustisch, desto mehr nähern wir uns dem idealen Mentalzustand. Wir «sehen» die Umgebung, «fühlen» die Atmosphäre, hören die Anfeuerungsrufe und den Beifall der Zuschauer, die Lautsprecherdurchsagen. Wir sind hoch konzentriert, haben eine totale Kontrolle über unseren Körper – fühlen uns locker und entspannt. Unsere Bilder sind immer positiv, klar und in Farbe. Wir erleben dabei ein Hochgefühl und übertragen diese tolle Stimmung auf unseren kommenden Wettkampf: «Ich weiss, der nächste Wettkampf wird für mich genauso erfolgreich wie derjenige, den ich soeben mental erlebte!» So schaffen wir beste Voraussetzungen für einen optimalen Erfolg!